Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

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Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von Berinima » Di 23. Jul 2019, 14:34

BeePeeGee hat geschrieben:
Di 23. Jul 2019, 14:25
Ja, dass Freeform und wahrscheinlich auch GMless nicht für Dich ist, hatten wir zusammen festgestellt. Du brauchst doch etwas mehr Crunch zum glücklich werden.
Das hat weniger mit dem Crunch zu tun und mehr mit der Tatsache, dass ich GMless wie dieses Spiel finde, wo jeder ein Wort draufschreibt und den Zettel gefaltet weiter gibt. Mit etwas Glück kommt ein vernünftiger Satz raus, meistens aber nicht. Ich mag einen roten Faden und vorbereitete Dramaturgie bei Pen & Paper.

Ach ja und der Wunsch nach mehr Zahlen auf dem Sheet kommt ein bisschen von meinen Spielern. Ich mag regelleichte Systeme eigentlich.

Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von BeePeeGee » Di 23. Jul 2019, 14:25

Ja, dass Freeform und wahrscheinlich auch GMless nicht für Dich ist, hatten wir zusammen festgestellt. Du brauchst doch etwas mehr Crunch zum glücklich werden.

Neben Leverage könnte auch Modern AGE auch gut für Dich funktionieren. Schau Dir unbedingt den kostenlosen Quickstart an (analog zu Fantasy/Dragon AGE):
https://greenroninstore.com/products/mo ... t-free-pdf

Vom Settting und Spiel könnte vielleicht auch Night's Black Agents interessant für Dich sein (Gumshoe, Geheimagenten, Vampire...).
https://site.pelgranepress.com/index.ph ... ck-agents/

Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von Berinima » Mo 22. Jul 2019, 13:03

Danke für die Vorschläge, BeePeeGee!

Cortex hatte ich mir tatsächlich auch irgendwann notiert und ja, Freeform Spiele mag ich nicht. Fiasko und leider auch Directions sind für mich persönlich eine absolute Katastrophe. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich werde damit einfach nicht warm, da mir dabei eben der rote Faden fehlt, den nur ein Spielleiter bieten kann. Auch Fate ist nach langem Testen nicht wirklich meins, wie man gute Aspekte macht ist mir zwar klar, aber ich finde sie total overused in dem Spiel. Viele davon muss man mit der Brechstange entweder in die eine Richtung oder die andere biegen und Charaktere stehen und fallen eben damit. Ich hatte zwar auch schon gute Runden damit (dein Dresden Files zum Beispiel oder die Runde SLIP, die ich geleitet habe), aber Fate ist und bleibt für mich Hit or Miss.

Cheers,
Beri

Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von BeePeeGee » Mo 22. Jul 2019, 06:35

Persönlich spiele ich heute seehr regelleichte Systeme.
Hier einige Beispiele:

Für Fantasy-Setting gehe ich auf OSR zurück, persönlich am Liebsten Into the Odd.
https://www.teilzeithelden.de/2015/03/2 ... o-the-odd/
Ansonsten finde ich auch Maze Rats, Black Hack 2 und Swords & Wizardry gut.
https://www.system-matters.de/swords-wi ... ual-light/
Gerade Into the Odd und generell OSR lässt sich hervorragend (auch für andere Settings) leicht hacken.

Für cthulhoiden Horror nehme ich Cthulhu Dark (die kurze 3 Seiten Version).
https://cthulhusruf.wordpress.com/downl ... ulhu-dark/

Ansonsten spiele ich sehr gerne Freeform ohne feste Regeln mit Directions Storyplaying.
https://sites.google.com/view/storyplaying
Ich weiss, dass der Freeform Spielstil Dir nicht gefällt. Die 1W6 Mechanik aus Directions verwende ich aber für meine meisten "klassischen" GM geleiteten Runden und komme mit einem W6 wunderbar aus.

Als sehr leichtes Spiel kannst Du Di auch FU anschauen.
https://fu-rollenspiel.de/

Wenn Du es etwas crunchiger magst, könntest Du Dir Cortex Plus Leverage RPG mal anschauen. Gerade für moderne Actionsettings funktioniert es sehr gut und lässt sich leicht adaptieren (z.B. gerne für Shadowrun verwendet).
https://www.drivethrurpg.com/product/85 ... aying-Game
Bzw. die Weiterentwicklung Cortex Prime, auf das wir seit Jahren warten...

Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von BeePeeGee » Mo 22. Jul 2019, 06:24

Freue mich, Berinima, dass Du jetzt jenseits von PbtA schaust!

Fate würde ich Dir nochmal ans Herz legen. Mit etwas Übung kkann man schnell gute Aspekte entwerfen.
Nimme z.B. ein Substantiv, dass eine Fähigkeit oder Profession beschreibt. Hängd dazu ein Adjektiv, dass dem ganzen Persönlichkeit gibt und auch mal zum Problem werden kann - fertig.
Beispiele: selbstverliebter Waffenschmied, jähzornige Jägerin, naiver Science-Nerd...

Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von Sal » Sa 13. Jul 2019, 21:23

Berinima hat geschrieben:
Sa 13. Jul 2019, 15:42
Wow Sal, vielen Dank für deine ausführliche Antwort! […] [Savage Worlds i]st ja jetzt aber wohl auch in einer überarbeiteten Version rausgekommen, eventuell kann die ja meine Meinung noch mal ändern.
Sehr gerne doch.

Zu neuen Version von Savage Worlds ist mein Ratschlag: Für Dich ist das wahrscheinlich zwecklos! Ich mag Savage Worlds sehr gerne. Die neue Version habe ich als PDF vorliegen und ich finde sie großartig. Die neue Version bringt aber keine grundlegenden Neuerungen. Es wurde vieles gestreamlinet und ich finde fast jede Änderung super. Die erzählerische Komponente hat sich aber nicht wirklich geändert. Wenn sich Dein Geschmack nicht verändert hat, würde ich davon ausgehen, dass sich Dein Fazit auch mit der neuen Version nicht ändert.

Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von Berinima » Sa 13. Jul 2019, 15:42

Wow Sal, vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich werde mir auf Grund deiner Einschätzung auf jeden Fall einmal Genesys genauer anschauen, genauso wie World of Darkness. Savage Worlds habe ich schon ein paar Mal gespielt, das fand ich persönlich nicht so prall leider. Wie du ja auch schon bemerkt hast, fehlen die erzählerischen Komponenten leider komplett. Ist ja jetzt aber wohl auch in einer überarbeiteten Version rausgekommen, eventuell kann die ja meine Meinung noch mal ändern.

Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von Sal » Fr 12. Jul 2019, 23:22

Alien hat geschrieben:
Fr 12. Jul 2019, 20:19
Falls du Savage Worlds nicht kennst könntest du dir das auch einmal anschauen, das ist noch ein relativ einfaches generisches System.
Simbert hat geschrieben:
Fr 12. Jul 2019, 21:33
Du könntest dir Cortex angucken, oder vielleicht Genesys? Habe mit beiden leider keine Erfahrung, aber das sind beides Namen, die immer wieder fallen, wenn Leute über generische, halbwegs narrative System reden.
- Regelleicht: Savage Worlds und Genesys haben eine ähnliche Regeldichte. Die Grundregeln sind recht einfach, schnell und in meinen Augen auf Ihre Art und Weise sehr gut. Insgesamt neige ich bei beiden Systemen dazu, viele Details einfach wegzulassen. Nimmt man diese alle dazu, können beide Systeme verhältnismäßig chrunchig werden. Da Du bei PbtA idR alle Regeln auf dem Playbook und einem Blatt hast, sind die Regeln in den Systemen schnell zur Hand. Native bringen weder SaWo noch Genesys das mit. Insgesamt würde ich beide eher als crunchig wahrnehmen – so am oberen Ende meines Wohlfühlbereichs.

- Setting agnostisch: Als Universalysteme sind sie dafür gedacht.

- eher erzählerisch als crunchy: Siehe auch den ersten Punkt. Bei dieser konkreten Gegenüberstellung würde ich Savage Worlds ausschließen. Das System ist schnell, pulpig und sehr angenehm. Es hat Bennies (siehe nächste Frage). Ansonsten fehlen die erzählerischen Elemente komplett. Genesys ermittelt Proben anhand eines Koordinatensystems mit den Achsen Erfolg – Misserfolg sowie Positiver Seiteneffekt – Negativer Seiteneffekt. Sprich Erfolg und Misserfolg sind unabhängig davon, ob nebenher noch etwas Gutes oder Schlechtes passiert. Das sind immerhin sechs Abstufungen (Erfolg, Misserfolg, Erfolg + pos. Nebeneffekt, Erfolg + neg. Nebeneffekt, Misserfolg + pos. Nebeneffekt, Misserfolg + neg. Nebeneffekt). Zusätzlich gibt es kritische Erfolgs- und Misserfolgsereignisse, die ebenfalls weitestgehend unabhängig vom normalen Erfolg/Misserfolg und Seiteneffekt sind. Das auszugestalten ist schon recht erzählerisch.

- Teilerfolge oder zumindest etwas ähnliches wie Fate Punkte Ökonomie: Wie gesagt, erfüllt Genesys in meinen Augen am ehesten das Teilerfolgskriterium. Fatepunkte-artiges ist problemlos zu integrieren – siehe z. B. Machtpunkte in den Star Wars FFG-Systemen. Savage Worlds hat Bennies, mit denen man Würfe wiederholen, besondere Effekte erzielen und in einem bestimmten Maß auch in das Geschehen eingreifen kann. Beides ist ähnlich, aber nicht identisch mit Fatepunkten.

Das hilft vielleicht bei der Einordnung. Eine gute, eigene Antwort habe ich darüberhinaus leider nicht auf Deine Frage.

Beste Grüße
Sal

Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von Simbert » Fr 12. Jul 2019, 21:33

Nur zur Klarstellung:

Storyteller ist das Whitewolf System, also alles was X:The Y heißt. Vampire, Werewolf, Mage, etc...

Kann man sicher irgendwie hacken damit es universell wird, aber ich bin mir recht unsicher, ob das dann wirklich gut wird. Die guten Teile davon sind meist die geflavorten, das generische System ist irgendwie nicht so meins.

Mir persönlich ist leider kein System bekannt, dass alle deine Boxen tickt (insbesondere da du FATE ausgeschlossen hast, sonst hätte ich Turbo Fate gesagt) Du könntest dir Cortex angucken, oder vielleicht Genesys? Habe mit beiden leider keine Erfahrung, aber das sind beides Namen, die immer wieder fallen, wenn Leute über generische, halbwegs narrative System reden.

Re: Eine gute Alternative zu pbtA gesucht!

von Alien » Fr 12. Jul 2019, 20:19

Nur als Anmerkung: Fate funktioniert meiner Meinung nach auch ohne Aspekte, dann ist es ein einfaches geradliniges Würfelsystem.
Aber es ist nicht mein Traumsystem, mein Traumsystem habe ich noch nicht gefunden (momentan tendiere ich eigentlich am ehesten zu PbtA).
Das von Fred empfohlene Storyteller mag ich nicht so sehr, mir gefallen die Wagrscheinlichkeitsverteilungen nicht so gut.
Falls du Savage Worlds nicht kennst könntest du dir das auch einmal anschauen, das ist noch ein relativ einfaches generisches System.

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