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Suvvis Republica

Verfasst: Do 1. Aug 2019, 15:32
von Minza
Ich würde Euch hier gerne ein RPG-OneShot-Abenteuer vorstellen, dass ich im Januar 2018 an meinem Geburtstag für meine Freunde gemeistert habe (schon alleine aus dem Grund, dass sich so niemand wehren konnte, daran teilzunehmen :twisted: ):

Ich hab mir im Vorfeld ein kleines Skizzenbüchlein gekauft und es zu einem Quellenbuch ausgeschmückt, mit dem ich eigentlich alles abhandeln konnte. Als Regelbasis wollte ich was neues ausprobieren und hatte noch kein Genesys von FFG zur Hand (das wäre perfekt gewesen), also habe ich die Regeln von Cosmic Patrol (Catalyst Game Labs) verwendet.

Der Aufhänger der Geschichte: die Geschichte spielt in der Suvvis Republica, einem unabhängigen Staat auf einem sehr architypischen Planeten. Die Spieler übernahmen die Rollen von einigen Jugendlichen, die sich das Wochenende Zeit nahmen, in einer Hütte im Wald ein wenig zu feiern.
Einige wichtige Aspekte zum Setting habe ich den Spielern vorgegeben:

- es herrscht eine leicht technologisch aufschwingende Zeit
- es gibt nur "Menschen" als Spezies, die sich aber Drait nennen
- es gibt alte Märchen und Legenden von bösen "Elfen" in den Wäldern, den Aiven
- andere Staaten stehen in Konkurenz mit der Suuvis Republica und es herrscht immer die Gefahr eines Überfalls

Also habe ich meine Spieler erst einmal ein wenig schmoren lassen. Dank des Startsettings "Hütte im Wald" und den erwähnten Aiven befürchteten nun einige eine Survival-Horror-Geschichte als Evil Dead oder Cabin the Woods, waren dann aber recht erstaunt, als ein Schutzgardist auftauchte und sie wegen "seltsamen Sichtungen" in den umliegenden Wäldern nach Hause schickte. Mit Kutsche gings dann richtung Hauptstadt und da begann ich den eigentlichen Teil meiner Kampagne:

immer mehr Gerüchte über Sichtungen der Aiven kamen ans Licht und schließich wurden die Spielercharaktere einige Wegesstunden von der Hauptstadt entfernt Zeuge einer gewaltigen Explosion in der Stadt. Nach anfänglicher Sorge und Panik entschieden sie sich, doch in die Ruinen zu ziehen und dort nach ihren Familien zu suchen.
Dort erwartete sie ein düsteres Szenario mit verbrannten Opfern und sterbenden Überlebenden, herumstreunenden Banden und anderen Gefahren wie einstürzenden Häusern und vergiftetem Wasser. Immer wieder wurde von einem Angriff der feindlichen Kesh (Nachbarstaat) berichtet, aber es wurden auch weiterhin Gerüchte über Aiven und menschlichen Verbündeten dieser Schreckensgestalten laut, die zu allem Unglück auch noch Leute entführten und ohne jede Spur aus der zerstörten Stadt verschwanden... keiner wusste über kurz oder lang mehr, was sie glauben sollten, es wurde um Nahrung und sauberes Trinkwasser gekämpft, Brände umgangen und nach sicheren Unterkünften gesucht. Schutztruppen versuchten zu helfen, konnten aber nicht allzu viel ausrichten.

Schließlich wurden die Hinweise nach größer, dass sich wirklich dunkle Gestalten in einem noch halbwegs gut erhaltenem Industriegebiet sammeln würden. Die Spielercharaktere versuchten herauszufinden, was los war und gerieten so direkt in direkten Kontakt mit vermummten Menschen, die etwas anders als der Normalbürger aussahen... und den sagenumwobenen Aiven, die mit hartem Blick und spitzen Ohren die Flucht ergreifen wollten.

Das sind nicht alle Bilder aus meinem Buch, aber wenigstens einige...
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Kurz bevor die Lage eskalierte, gaben sich die Fremden zu erkennen: sie waren Mitglieder einer Raumschiffbesatzung, die schon seit einiger Zeit diesen Planeten beobachteten. Nun war ihnen aber ein schrecklicher Fehler unterlaufen und der Warpreaktor ihrer getarnten Basis war ihnen um die Ohren geflogen, hatte gleich einen ganzen Brocken des Landes mitgenommen. Nun versuchten sie, Schadensbegrenzung zu betreiben und möglichst viele Drait von der Verstrahlung zu heilen, weitere Katastrophen einzudämmen.
Der erste Kontakt kam zu Stande und die Spieler erkannten, dass sie sich in einem Star Trek Setting befanden, bei dem die ersten Schritte der Föderation mal so richtig schief gelaufen waren. Dass Drait keine Menschen waren, sondern wirklich ein anders Volk (vermutlich mit Nasenrippeln ^^). Dass Aiven eigentlich Vulkanier waren. Das Verschwinden einiger Leute das Hochbeamen auf die Schiffe, die ärztliche Unterstützung gaben.
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Wir spielten nur einige Stunden, war aber imo eine ganz lustige Sache. Sowas wollte ich schon immer mal durchziehen und das Büchlein ist eine gute Erinnerung daran...

Re: Suvvis Republica

Verfasst: Mo 5. Aug 2019, 07:16
von CNQ
War, insbesondere aufgrund der Wendung am Ende, wirklich ein nettes kleines One-Shot-Abenteuer. Wir als Spieler haben es wirklich nicht durchschaut. Sehr gut gemacht. Und das kleine Modul/Quellenbuch ist auch erste Sahne.
Freue mich da auch schon auf deine angekündigten Ausflüge in andere Fiktionen (Mad Max/ Alien/Halo etc.) und natürlich auf das Star Trek-Rollenspiel als Schiffsbesatzung :)

Re: Suvvis Republica

Verfasst: Mo 5. Aug 2019, 11:05
von Minza
Die Idee, eine ST Kampagne aus der Sicht von "naiven" Aliens aus zu erzählen, hat mir schon immer gefallen. "Wie fühlt es sich für die an?"
Dazu kam das Ausgangsszenario aus ST9 und letztendlich einige Dokumentationen über die Zerstörung in Nagasaki und Hiroshima. Über die Zeit hat sich das zu einem Pseudo-Fanatsy-Setting mutiert, das erlaubt, dass der Erste Kontakt wirklich eine Überraschung ist... das Büchlein schau ich mir immer noch gerne an ^^°