Was sind eure Lieblingsregeln?

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Jadetiger
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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von Jadetiger » Do 25. Jul 2019, 18:33

Fred hat geschrieben:
Di 23. Jul 2019, 12:04
Edit: Jetzt habe ich gesehen, dass die Frage im Companion beantwortet wurde: Der Gegner kann die Initiative stehlen und zuerst angreifen, und man hätte dann keine Würfel mehr für die Verteidigung.
Genau das wollte ich auch schreiben. Das ist das Pendant dazu, in einem echten Gefecht alle Kraft in den ersten Schlag zu legen. Man öffnet dann zuviel Möglichkeiten für Konter oder sogenannte "in-tempo"-Aktionen (=Stehlen der Initiative).
Allein schon die Tatsache, dass sich der Kampfpool immer erst nach zwei Exchanges auffüllt, zeigt das großartige Verständnis des Autors für Nahkampf. Mehr als Attacke-Parade-Riposte-Parade macht man beim Fechten nicht. Danach entfernt man sich wieder. Alles, was länger ist, wird viel zu chaotisch und dadurch viel zu gefährlich.
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Fred
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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von Fred » Fr 26. Jul 2019, 13:12

Jetzt kenne ich schon mal die besten Magieregeln und die besten Nahkampfregeln.

Aber was sind die besten "Cyber"-(Hacking)-Regeln eurer Ansicht nach?

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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von Informat » Sa 27. Jul 2019, 20:36

Wozu Hacking-Regeln? Bei dem klassischen ein Hacker und Rest der Gruppe mehrere nicht-Hacker stört ein eigenes System total (die restlichen Spieler sind dann halt nicht beschäftigt). Sonst - also viele Hacker als Gruppe - nimm halt die Kampf-Regeln für Cyber-Kampf mit Waffen und Rüstung aus der Software / dem Deck oder die Magie-Regeln für das Manipulieren des Cyberspace.

Hab keine echte Empfehlung, aber der Brainware Blowout, der irgend wie mit dem ursprünglichen Netrunner kompatiebel war, könnte Inspirationen liefern:

https://www.drivethrurpg.com/product/25 ... re-Blowout
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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von BeePeeGee » Sa 27. Jul 2019, 22:55

Otherkind Dice von Vincent Baker
http://www.lumpley.com/archive/148.html

Ansonsten lieber "rulings" statt "rules" :)

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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von Fred » Mo 29. Jul 2019, 01:17

Informat hat geschrieben:
Sa 27. Jul 2019, 20:36
Wozu Hacking-Regeln? Bei dem klassischen ein Hacker und Rest der Gruppe mehrere nicht-Hacker stört ein eigenes System total (die restlichen Spieler sind dann halt nicht beschäftigt).
Ich hörte von diesem Problem. Doch kann das auch in ähnlicher Form bei anderen Charakteren auftreten, z.B. bei einem Magier, der ein Ritual nach historischem Vorbild durchführt. Man kann in diesem Fall die Aktionen der Spieler verschachteln, oder die Regeln sind schnell (Hintertür verwenden und damit ihr Bekanntwerden riskieren? Exploit anwenden/ersteigern? Cloud Computing Capacity mieten? etc.)
Sonst - also viele Hacker als Gruppe - nimm halt die Kampf-Regeln für Cyber-Kampf mit Waffen und Rüstung aus der Software / dem Deck oder die Magie-Regeln für das Manipulieren des Cyberspace.
Ja für Manipulationen in der VR nehme ich natürlich die Mage Regeln. Aber den Cyberspace als VR darzustellen ist mir etwas zu retro, passt irgendwie nicht zu einem transhumanen Setting. Würde es in ein Far Future Setting passen?

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Jadetiger
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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von Jadetiger » Di 13. Aug 2019, 09:59

Fred hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 01:17
Informat hat geschrieben:
Sa 27. Jul 2019, 20:36
Wozu Hacking-Regeln? Bei dem klassischen ein Hacker und Rest der Gruppe mehrere nicht-Hacker stört ein eigenes System total (die restlichen Spieler sind dann halt nicht beschäftigt).
Ich hörte von diesem Problem. Doch kann das auch in ähnlicher Form bei anderen Charakteren auftreten, z.B. bei einem Magier, der ein Ritual nach historischem Vorbild durchführt. Man kann in diesem Fall die Aktionen der Spieler verschachteln, oder die Regeln sind schnell (Hintertür verwenden und damit ihr Bekanntwerden riskieren? Exploit anwenden/ersteigern? Cloud Computing Capacity mieten? etc.)
Das Problem, das Informat beschreibt, ist meiner Meinung nach lösbar. Nur weil die Platzhirsche Shadowrung und Cyberpunk das kacke machen, heißt nicht, dass es generell nicht machbar ist.
Sehr begeistert bin ich von der Lösung im Genesys-Grundregelwerk (wohl gemerkt nicht Android). Hier werden Hacking-Attacken einfach als Kampfaktionen abgehandelt. Man geht hier stark vom "Internet of Things" aus und ein Hacker, der einmal in ein "Thing" eiongedrungen ist, hat erstmal Root-Access und kann dadurch schlicht Alles im System machen. Es gibt dann nur noch eine Action "Use System", was auch eine Kampfaktion ist. Das Hacking selber funzt entweder gegen einen festen Wert (Passive Verteidigung ala Firewall) oder als Konkurrenzwurf (Sysadmin oder aktives ICE auf der Gegenseite).
Sehr simpel, flutscht aber super!
Fred hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 01:17
Sonst - also viele Hacker als Gruppe - nimm halt die Kampf-Regeln für Cyber-Kampf mit Waffen und Rüstung aus der Software / dem Deck oder die Magie-Regeln für das Manipulieren des Cyberspace.
Ja für Manipulationen in der VR nehme ich natürlich die Mage Regeln. Aber den Cyberspace als VR darzustellen ist mir etwas zu retro, passt irgendwie nicht zu einem transhumanen Setting. Würde es in ein Far Future Setting passen?
Ganz deiner Meinung. Für ein Universalsystem bzw. für ein Far Future Setting kann man einfach beliebige Magieregeln verwenden. Für ein Transhuman Far Future hat das sogar was Philosophisches: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“
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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von Jadetiger » Di 13. Aug 2019, 10:07

BeePeeGee hat geschrieben:
Sa 27. Jul 2019, 22:55
Otherkind Dice von Vincent Baker
http://www.lumpley.com/archive/148.html
Das ist fast exakt der Würfelmechanismus aus GHOST/ECHO, aber ich finde die Umsetzung in G/E noch etwas besser, dort kann man einfach zusätzliche Würfel bekommen, indem man zusätzliche Risiken definiert. Finde ich besser, weil sich die Spieler damit viel schneller selbst in die Schei**e reiten :mrgreen:

Anmerkung: Wundert mich, dass du das als deine Lieblingsregeln anführst. Ich dachte ja, du würdest Perfected von M. A. R. Barker posten :mrgreen:
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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von Double-Edge » Di 13. Aug 2019, 17:21

Informat hat geschrieben:
Sa 13. Jul 2019, 15:10
Vermute / hoffe dicke Regelwerke werden sich mit dem "Erwachsenwerden" der Smartphone-Generation weitgehend erledigen.
Das ist IMO schon ein happiges und verletzendes Vorurteil. Ich zähle zum älteren Semester und habe nix mit "Smartphone-Generation" am Hut. Und ich sehe es genau anders herum: Die Smartphone-Generation mag keinen unnötigen Aufwand (lange in Regeln einlesen) und Spielmechaniken bitte so einfach und frustrationslos wie möglich (Achtung, mein eigenes (Vor)Urteil). Daher werden manche Top-Systeme auch einfacher, siehe z. B. Pathfinder, Shadowrun und D&D um diese Klientel bedienen und die Produkte noch absetzen zu können (Hier versuche ich, mein Vorurteil mit Fakten zu belegen und daraus ein valides Urteil zu machen). Das hat nichts mit "Erwachsenwerden" zu tun, sondern mit Zeitgeist und Vorlieben.

Alternativ gibt es aber auch zunehmend einfache Systeme, die erhöhte Phantasie und Sozialkompetenz der beteiligten Personen voraussetzen. Auch gut für diejenigen, die so etwas mögen, aber auch eine große Herausforderung für die heutige "Smartphone-Generation" (Hm, was ist das eigentlich? Wo beginnt diese Gruppe und wo endet sie, Fred? Ach ja, ist noch ein Vorurteil von mir.)

Einfache Regeln liegen mir persönlich gar nicht, unnötig komplizierte aber auch nicht. Ich bevorzuge "mein Steak medium crunchy". ;)
Ausschlaggebend ist letztendlich gutes Rollenspiel und Spielspaß, aber ich persönlich benötige ein eher ausführliches Grundgerüst, an das alle Spieler und der SL sich halten sollen/müssen. Sonst gerät es mir zu abstrus, subjektiv und spaßhemmend. Nur weil einem Spieler sein "reality" gefällt und er seine Ideen ganz toll findet (umso schwieriger beim SL), so muss das nicht heißen, dass es anderen Mitspielern auch gefällt. Das ist mir dann zu vage und bietet zu viel Konfliktpotenzial, z. B. wenn der SL manche Spieler aufgrund persönlicher Vorliebe bevorzugt oder Meinungen stark gegensätzlich sind. Ich mag auch nicht immer wieder während des Spielens mit dem SL besprechen/verhandeln, ob meine Idee, die nicht von einfachen/groben/fehlenden Regeln abgedeckt wird, nun okay und machbar ist. Das stört meinen "Flow" und mein Eintauchen in die Spielwelt.
Ach ja, genauso wichtig wie passende Regeln sind mir die Spielwelt und die Spielidee. Wenn es dort krasse "Fehler" gibt oder die "Imtention" mir nicht passt, bringt mir auch das schönste Regelwerk nichts.

Mir gefallen
  • D&D 3.5 und Pathfinder (detaillierte und doch flott spielbare Regeln, aufpassen muss man aber bei recht häufigen IMBA/OP-Fehlern und das grobe Klassen- und Hitpoint-System muss mögen bzw. tolerieren; grundsätzlich genügen mir da immer die Basisbücher, irgendwann wird es auch mir zuviel),
  • Warhammer Fantasy (wenn auch etwas steril von der Grundidee (s. u. 40K/DH, aber das Regelwerk finde ich sehr gelungen) und
  • Shadowrun 3rd am besten, wobei Shadowrun schon arg crunchy ist und man das Hacken/Decken sehr kreativ hausregeln muss. Die vielen W6 sind IMO auch nicht so gelungen, denn deren schlechte Skalierung konterkariert ansonsten das coole "realistische" Regelsystem.
  • Shadow of the Demon Lord habe ich beim Spieltreff ausprobiert: Hat mir als eher einfaches System auch gut gefallen, aber leider ist die Charakterprogression so schnell und grob, dass längere Kampagnen gar nicht vorgesehen sind( eher ein paar One-Shots).
Nicht mein Fall sind
  • DSA (katastrophal inkonsistente und vergurkte Spielwelt, unnötig kompliziertes Kampfsystem, das Kämpfe ewig dauern lässt),
  • Deadlands (für mich persönlich zu einfache Regeln, die auch nicht aufeinander abgestimmt sind),
  • Warhammer 40K / Dark Heresy (Einsätze gleichen sich zu sehr, sind aufgrund von permanenten Wiederholungen irgendwann langweilig, wenn man keinen kreativen SL in der Gruppe hat, die hoch faschistoide Gesellschaftsform verliert schnell ihren martialischen Reiz - aber das Regelwerk mag ich!)
  • und Cthulhu (Horror oder Grusel am Spieltisch habe ich bisher nur einmal erleben können und dies geschah nicht innerhalb dieses Systems, langweiliges, einfaches Regelwerk; zudem mag ich nicht die Grundidee, dass mein Protagonist irgendwann im Wahnsinn endet).
Naja, ich werde mal versuchen, öfters bei den nächsten Rollenspieltreffs dabei zu sein, um meinen System-Horizont zu erweitern. Wird hoffentlich auch helfen, einige Vorurteile meinerseits aufzulösen. :D

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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von Informat » Di 13. Aug 2019, 21:20

Das war nicht als Urteil gedacht und wurde zusätzlich nicht so verstanden, wie es gemeint ist (und das es nicht von Fred ist).

Habe bei mir selber beobachtet, dass mir bei dicken Regelbüchern inzwischen meist lange vor der Hälfte die Motivation weiterzulesen ausgeht (übliche Gründe sind zu wenig neues, zu viel bla bla, sprachlich zu schlecht, zu "komplex" - das kann Anzahl der Regeln aber auch Anzahl an Möglichkeiten wie Feats u.ä. sein). Glechzeitig sinkt im Mittel die Aufmerksamkeitspanne bei jungen Leuten und deren Vermögen sich in komplexe Sachverhalte einzuarbeiten (frag mal nen Lehrer, z.B. auch von ner Berufsschule) und steigt die Menge der zur Verfügung stehenden anderen total toll sozialen Freizeitaktivitäten (Smartphone). Daraus folgt aus meiner Sicht, dass für dicke Regelbücher, z.B. auch Pathfinder 2e, in Zukunft (nicht umbedingt schon heute) der Markt zu klein werden wird (einfach weil die alten Käuferschichten wegbrechen und die neuen keine Lust auf telefonbuchdicke Regelwerke haben - wobei von denen viele gar nicht mehr wissen, was ein Telefonbuch ist). Womit die Hoffnung besteht, dass es mehr gut unterstützte einfache(re) Systeme geben wird (das muss leider nicht so kommen, z.B. weil es andere Arten der Zerstreuung gibt/geben wird, die Teile der bisher für Rollenspiele erreichbaren Zielgruppe anderweitig zufrieden stellen).
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Re: Was sind eure Lieblingsregeln?

Beitrag von Tom » Di 13. Aug 2019, 22:22

Double-Edge hat geschrieben:
Di 13. Aug 2019, 17:21
Naja, ich werde mal versuchen, öfters bei den nächsten Rollenspieltreffs dabei zu sein, um meinen System-Horizont zu erweitern. Wird hoffentlich auch helfen, einige Vorurteile meinerseits aufzulösen. :D

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Shadows of the Demon Lord ist für 10 oder 11 Abenteuer ausgelegt, dann sind die Charaktere ausgemaxt. Ideal für Runden die sich nicht all zu lange binden wollen. Oder wenig Zeit haben.

Warhammer FRP ist mit Ausnahme der nie ;) erschienenen 3. Auflage wirklich gut. Die 2. ist mein Favorit.

D&D 3.5+ ist ein Alptraum, zu viele Regeln und Stellschrauben, die 5. Auflage mag ich wieder. Ich mag es ja eher regelleicht und was die einen an fehlenden Rädchen bemängeln bei einfachen Systemen ist mir grad recht. Beschreibe und das was ihn ausmacht mit Worten, nicht mit Zahlen und Werten.

Ah ja und ich spiele bzw. leite Cthulhu seit 1984. :D Ich mag sowohl Regeln als auch das Prinzip.

Du musst wirklich öfter zum Treffen kommen.
It almost seems like the old spirit of the night, from my childhood has gone missing.

"Play the spirit of the game, not the rules"
-Robin D. Laws

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